
9 Synthese von Tau-Aggregations- und Depolymerisations-Inhibitoren
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Abbildung 9.11. Beispiel für eine graphische Auswertung der Tau-Aggregations- und Tau-
Depolymerisations-Inhibition.
In Tabelle 9.1 sind die IC
50
-Werte der Hemmung der Tau-Aggregation bzw. die DC
50
-
Werte, zur Aktivität Tau-Aggregate wieder aufzulösen, zusammengefasst. In einigen
Fällen konnte dabei die Aktivität gegenüber der Leitsubstanz
235 (IC
50
= 12 µM, DC
50
>200 µM) um den Faktor 10 (IC
50
) bzw. um den Faktor 2000 (DC
50
) gesteigert
werden.
Viele der synthetisierten Verbindungen liegen in einem ähnlichen Aktivitätsfenster,
wobei auffällt, dass gewisse Substituenten die Aktivität positiv beeinflussen. Unterteilt
man das Grundgerüst in eine linke und eine rechte Seite (Abb. 9.12), so kann man
feststellen, dass die Verbindungen mit den höchsten Aktivitäten bevorzugt
Wasserstoffbrücken-Akzeptoren auf der rechten Seite (Nitro, Pyrrolidin) tragen. Das
Substitutionsmuster der linken Seite sieht dagegen etwas uneinheitlicher aus.
Verbindungen mit einem Pyridinring (
294-298), also einer weiteren
Interaktionsmöglichkeit über eine Wasserstoffbrückenbindung, zeigen durchweg sehr
hohe Aktivitäten und scheinen auf den ersten Blick sinnvolle Substanzen für eine
Weiterentwicklung zu sein. Verbindungen mit einer Biphenylgruppe auf der linken
Seite besitzen ähnlich gute Aktivitäten, allerdings nur, wenn die rechte Seite das
Konzentration (µM)
10
-4
10
-3
10
-2
10
-1
10
0
10
1
10
2
0
20
40
60
80
100
297 Inhibition, IC
50
= 1.97 µM
297 Depolymerisation, DC
50
= 1.38 µM
Aggregation [%]
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